Das Krankenhaus-MVZ - Die Veränderungen im Rahmen der Ambulantisierung

Mit wachsendem Wettbewerb der Krankenhäuser untereinander erlangt die fachärztliche Versorgung durch krankenhausbetriebene Medizinische Versorgungszentren eine zunehmende Bedeutung.
Der ursprüngliche Gedanke der Krankenhäuser, Medizinische Versorgungszentren zu gründen, hat sich unter den dynamischen Veränderungen des Gesundheitswesens verändert.
Dem Krankenhaus-MVZ fällt somit im Rahmen der Gesamtökonomie eine deutlich wachsende Bedeutung zu.
Einige Krankenhäuser beschäftigen sich bereits seit Längerem mit der strategischen Planung zur vorteilhaften Vernetzung mit ambulanten Leistungserbringern, insbesondere mit der intersektoralen Vernetzung innerhalb der eigenen krankenhausbetriebenen MVZ, den internen ermächtigten Institutionen und ermächtigten Ärzten. Die strategische Planung der Krankenhäuser, den ambulanten Versorgungsbereich neu auszurichten und zu erweitern, erlangt zudem mit dem Ausbau von ambulant zu erbringenden Leistungen neue Bedeutung. Dieser Wandel wird durch verschiedene Faktoren angetrieben, darunter die Fortschritte der Medizintechnik, die Änderungen im Rahmen des Digitalgesetzes und dem Gesetz zur verbesserten Nutzung von Gesundheitsdaten – Gesundheitsdatennutzungsgesetz (GDNG) – und den Veränderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen.
Zudem bringen die Ausweitung des AOP-Katalogs, die Neuaufnahme von Hybrid-DRGs, Änderungen in der ASV und auch die volatilen Anforderungen an die Notaufnahme der Kliniken neue Herausforderungen mit sich, die Patienten ökonomisch innerhalb der einzelnen Versorgungsbereiche der Krankenhäuser und krankenhausbetriebenen MVZ zu lenken und somit die Behandlung der Patienten unter Berücksichtigung der ambulanten Abrechnung optimiert zu gestalten.
Dieser Wandel erfordert oft eine Anpassung der Infrastruktur, der Arbeitsabläufe und der Qualifikationen des Personals im MVZ bzw. des ambulanten Versorgungsbereiches, um den Anforderungen der ambulanten Versorgung gerecht zu werden und eine hochwertige Patientenversorgung sicherzustellen.
Durch einen Zusammenschluss von Krankenhäusern und deren MVZ ergeben sich somit neben neuen Chancen auch Herausforderungen.

Zum einen können die Kliniken von der Expertise und dem Know-how der MVZ profitieren, um ihre ambulante Versorgung zu stärken, auszubauen und ökonomisch zu verorten. Dies kann dazu beitragen, die Patientenversorgung zu verbessern, die Ressourcen optimal einzusetzen und somit eine angemessene Vergütung für die erbrachten Leistungen sicherzustellen, um die Effizienz zu steigern. Zum anderen können die MVZ von einer engeren Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern profitieren, indem sie Zugang zu spezialisierten medizinischen Einrichtungen und Ressourcen erhalten. Dies kann es den MVZ ermöglichen, ihr Leistungsangebot zu erweitern, um eine umfassendere Versorgung anzubieten.
Die daraus resultierenden Anpassungen können verschiedene Bereiche betreffen:

  • Verbesserte Patientenversorgung durch einfacheren Zugang zu verschiedenen Fachbereichen und fokussierte Zusammenarbeit zwischen den ambulanten und stationären Versorgungsbereichen
  • Stärkere Positionierung am Markt und daraus resultierend Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Klinik
  • Implementierung neuer Technologien/Digitalisierungen unter Berücksichtigung u. a. des Digitalgesetzes und dem Gesundheitsdatennutzungsgesetz
  • Diversifikationsstrategie
  • Ökonomische Weiterentwicklung im Rahmen der Ambulantisierung
  • die Anpassung an die dynamischen gesetzlichen Rahmenbedingungen oder die Entwicklung innovativer Behandlungsmethoden

Synergieeffekte durch Kooperation von MVZ und Krankenhäusern können übergeordnete Unternehmensziele entstehen lassen, um den zunehmenden ökonomischen Herausforderungen gerecht zu werden und somit eine stabile Gesundheitsversorgung anbieten zu können. Voraussetzung ist das gemeinsame Interesse von Seiten des ambulanten sowie des stationären Leistungserbringers, die Herausforderung der intersektoralen Vernetzung anzunehmen.
Leider fehlen auch an dieser Stelle oftmals die finanziellen und personellen Ressourcen für eine gezielte Umsetzung. Finanzielle Entlastungen der Krankenhäuser und des ambulanten Versorgungsbereiches sind dringend notwendig.